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Für Einrichtungen

Zeitarbeits­kraft einarbeiten: Checkliste für den ersten Dienst in der Pflege

Der erste Dienst entscheidet, wie schnell eine Pflegekraft aus der Zeitarbeit sicher arbeiten kann. Mit dieser Checkliste gelingt der Start – für die Pflegekraft, Ihr Team und die Bewohner.

Semsettin KavalGründer & Inhaber, Kemmler Personalprojekte

3 Min. Lesezeit
Inhalt dieses Artikels
  1. Vor dem ersten Dienst
  2. Arbeitsschutz und Sicherheit
  3. Abläufe im Wohnbereich
  4. Die Übergabe
  5. Nach dem ersten Dienst
  6. Die Checkliste auf einen Blick
  7. Häufige Fragen
  8. Fazit

Eine Pflegekraft aus der Zeitarbeit bringt Erfahrung mit – aber nicht die Abläufe Ihrer Einrichtung. Wie schnell sie sicher und selbstständig arbeiten kann, entscheidet sich oft schon im ersten Dienst. Eine gute Einarbeitung muss nicht lang sein. Sie muss nur die richtigen Punkte abdecken.

Diese Checkliste können Sie direkt übernehmen und an Ihre Einrichtung anpassen.

Vor dem ersten Dienst

  • Ansprechpartner festlegen: Wer begrüßt die Pflegekraft, wer ist im ersten Dienst ihre feste Bezugsperson?
  • Team informieren: Name, Qualifikation und Einsatzzeitraum der neuen Kollegin oder des neuen Kollegen kurz im Team bekanntgeben.
  • Zugänge vorbereiten: Schlüssel, Transponder, Zugang zur Pflegedokumentation, Dienstkleidung.
  • Treffpunkt und Uhrzeit klar kommunizieren – inklusive Parkmöglichkeit und Eingang.

Tipp: Planen Sie den ersten Dienst nach Möglichkeit nicht als Nachtdienst und nicht mit minimaler Besetzung. Eine ruhigere Schicht mit erfahrener Bezugsperson zahlt sich aus.

Arbeitsschutz und Sicherheit

Für den Arbeitsschutz am Einsatzort ist Ihre Einrichtung verantwortlich (§ 11 Abs. 6 AÜG). Vor Beginn der Tätigkeit gehören deshalb dazu:

  • Unterweisung zu Gefahren am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen
  • Hygieneplan, Händedesinfektion, Umgang mit Schutzausrüstung
  • Notfallabläufe: Notruf, Reanimation, Notfallkoffer, Defibrillator
  • Brandschutz: Fluchtwege, Sammelplatz, Feuerlöscher
  • Umgang mit Hilfsmitteln wie Liftern oder Pflegebetten

Lassen Sie sich die Unterweisung kurz schriftlich bestätigen. Weitere rechtliche Pflichten finden Sie im Artikel Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege: Die wichtigsten Regeln.

Abläufe im Wohnbereich

  • Rundgang: Zimmer, Dienstzimmer, Medikamentenraum, Lager, Pausenraum
  • Tagesstruktur: Zeiten für Grundpflege, Mahlzeiten, Medikamentengabe, Übergaben
  • Medikamentenmanagement: Stellen, Verabreichen, Dokumentieren, Betäubungsmittel
  • Dokumentation: System, Pflegeplanung, Berichteblatt, was wann dokumentiert wird
  • Besonderheiten: Bewohner mit Demenz, Sturzrisiko, besonderen Kostformen oder Wünschen

Die Übergabe

Die erste Übergabe ist für eine neue Pflegekraft besonders wichtig. Nehmen Sie sich ein paar Minuten mehr Zeit und gehen Sie die zu versorgenden Bewohner einzeln durch: Wer braucht was, wer ist neu, wo gibt es aktuelle Veränderungen? Eine kurze schriftliche Übersicht hilft zusätzlich.

Nach dem ersten Dienst

  • Kurzes Feedbackgespräch: Was lief gut, was ist noch unklar?
  • Offene Fragen notieren und bis zum nächsten Dienst klären.
  • Rückmeldung an den Personaldienstleister: Passt die Pflegekraft? Gibt es etwas zu verbessern?

Ein guter Personaldienstleister ist für diese Rückmeldung dankbar – auch wenn sie kritisch ist. Nur so kann er beim nächsten Einsatz noch besser passen.

Die Checkliste auf einen Blick

  • Bezugsperson für den ersten Dienst benannt
  • Team informiert, Zugänge und Dienstkleidung vorbereitet
  • Arbeitsschutz-Unterweisung durchgeführt und bestätigt
  • Hygiene- und Notfallabläufe erklärt
  • Rundgang und Tagesstruktur gezeigt
  • Medikamentenmanagement und Dokumentation erklärt
  • Ausführliche Übergabe mit Besonderheiten der Bewohner
  • Feedback nach dem ersten Dienst – an Pflegekraft und Dienstleister

Häufige Fragen

Wie lange sollte die Einarbeitung dauern?

Für erfahrene Pflegekräfte reicht oft der erste Dienst mit Bezugsperson. Bei speziellen Bereichen wie Intensivpflege oder geschlossenen Wohnbereichen kann mehr Zeit sinnvoll sein.

Kann dieselbe Pflegekraft wiederkommen?

Ja, das ist oft der beste Weg. Sprechen Sie Ihren Personaldienstleister an, wenn eine Pflegekraft gut ins Team gepasst hat. Wer Ihre Einrichtung kennt, ist ab dem ersten Tag eine echte Entlastung.

Fazit

Eine strukturierte Einarbeitung kostet am ersten Tag etwas Zeit – und spart sie an allen folgenden. Mit einer festen Bezugsperson, klaren Abläufen und einer guten Übergabe wird die Pflegekraft aus der Zeitarbeit schnell zur echten Entlastung für Ihr Team.

Semsettin Kaval
Über den Autor
Semsettin Kaval
Gründer & Inhaber, Kemmler Personalprojekte

Kemmler Personalprojekte vermittelt seit 2012 Pflegefachkräfte und Pflegehelfer an Pflegeheime, Kliniken und ambulante Dienste – persönlich betreut von den Standorten Alfter (Bonn) und Paderborn aus. Mitglied im GVP, §AÜG-konform.

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