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Für Einrichtungen

Personal­engpass im Pflegeheim: 8 Sofortmaßnahmen, wenn Dienste offen bleiben

Krankheitswelle, Kündigung, Urlaubszeit – plötzlich fehlen Pflegekräfte im Dienstplan. Diese acht Schritte helfen sofort und verhindern, dass der nächste Engpass genauso überraschend kommt.

Semsettin KavalGründer & Inhaber, Kemmler Personalprojekte

4 Min. Lesezeit
Inhalt dieses Artikels
  1. 1. Lage klären: Welche Dienste sind wirklich offen?
  2. 2. Fachkraftquote und Mindestbesetzung im Blick behalten
  3. 3. Dienste tauschen statt Zusatzschichten verteilen
  4. 4. Aufgaben priorisieren und entlasten
  5. 5. Externe Unterstützung früh anfragen
  6. 6. Ein Ausfallkonzept schriftlich festhalten
  7. 7. Einen festen Partner für Personalengpässe aufbauen
  8. 8. Ursachen angehen: Warum fehlt Personal?
  9. Checkliste: Wenn heute ein Dienst offen ist
  10. Häufige Fragen
  11. Fazit

Ein Anruf am frühen Morgen, zwei Krankmeldungen auf einmal, und der Frühdienst ist nicht mehr besetzt. Personalengpässe gehören in Pflegeheimen, Kliniken und ambulanten Diensten zum Alltag. Entscheidend ist, wie schnell und geordnet Ihre Einrichtung darauf reagiert – und ob das Stammteam dabei dauerhaft überlastet wird.

Diese acht Maßnahmen helfen kurzfristig. Die letzten drei sorgen dafür, dass der nächste Engpass Sie nicht unvorbereitet trifft.

1. Lage klären: Welche Dienste sind wirklich offen?

Bevor Sie Kolleginnen und Kollegen anrufen, verschaffen Sie sich einen Überblick: Welche Dienste sind betroffen, für wie lange, und welche Qualifikation wird gebraucht? Ein fehlender Nachtdienst mit Pflegefachkraft ist ein anderes Problem als eine fehlende Hilfskraft im Spätdienst.

Notieren Sie für jede Lücke drei Dinge: Datum und Schicht, benötigte Qualifikation und voraussichtliche Dauer. Diese Liste brauchen Sie für alle weiteren Schritte – auch, wenn Sie externe Unterstützung anfragen.

2. Fachkraftquote und Mindestbesetzung im Blick behalten

In der Not wird schnell umgeplant. Achten Sie dabei darauf, dass die vorgeschriebene Besetzung mit Pflegefachkräften in jeder Schicht eingehalten wird. Welche Vorgaben genau gelten, hängt von Bundesland und Versorgungsform ab. Klären Sie im Zweifel mit der Pflegedienstleitung, wo die Untergrenze liegt – und planen Sie von dort aus.

3. Dienste tauschen statt Zusatzschichten verteilen

Zusatzschichten sind die naheliegendste Lösung, aber auch die teuerste für Ihr Team. Prüfen Sie zuerst, ob sich Dienste tauschen oder verschieben lassen: Wer hat Teilzeit und könnte kurzfristig aufstocken? Wer würde einen Dienst gegen einen späteren freien Tag tauschen?

Fragen Sie gezielt und persönlich – nicht als Rundmail an alle. Und halten Sie fest, wer eingesprungen ist, damit der Ausgleich nicht vergessen wird.

4. Aufgaben priorisieren und entlasten

Wenn trotzdem weniger Personal im Dienst ist, hilft eine klare Priorisierung: Was muss heute zwingend erledigt werden, was kann verschoben oder anders verteilt werden? Hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Botengänge oder Teile der Dokumentation lassen sich unter Umständen auf andere Bereiche verlagern, damit die Pflegekräfte sich auf die Versorgung konzentrieren können.

5. Externe Unterstützung früh anfragen

Viele Einrichtungen fragen erst bei einem Personaldienstleister an, wenn alle internen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Dann wird die Zeit knapp. Besser: Sobald absehbar ist, dass eine Lücke länger als ein, zwei Tage besteht, parallel anfragen.

Bei der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) stellt ein Personaldienstleister Ihnen qualifizierte Pflegekräfte für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Welche Regeln dabei gelten, erklären wir im Artikel Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege: Die wichtigsten Regeln für Einrichtungen.

Tipp: Je genauer Ihre Anfrage, desto schneller passt der Vorschlag. Nennen Sie Qualifikation, Schichten, Zeitraum, Einsatzort und Besonderheiten (z. B. Wohnbereich mit Menschen mit Demenz, Beatmung, Führerschein für die Tour).

6. Ein Ausfallkonzept schriftlich festhalten

Der nächste Engpass kommt bestimmt. Ein kurzes, schriftliches Ausfallkonzept spart dann wertvolle Zeit. Es sollte festhalten:

  • wer bei Ausfällen entscheidet und wer informiert wird,
  • in welcher Reihenfolge Sie Lücken schließen (Tausch, Aufstockung, Springer, extern),
  • welche Personaldienstleister Sie im Bedarfsfall anrufen – mit Ansprechpartner und Telefonnummer,
  • welche Mindestbesetzung pro Schicht nicht unterschritten werden darf.

7. Einen festen Partner für Personalengpässe aufbauen

Wer jedes Mal neu sucht, verliert Zeit. Mit einem festen Personaldienstleister, der Ihre Einrichtung kennt, geht es deutlich schneller: Abläufe, Anforderungen und Ansprechpartner sind bekannt, Rahmenvereinbarungen sind schon unterschrieben. Idealerweise kommen sogar dieselben Pflegekräfte wieder, die Ihre Bewohner und Ihr Team bereits kennen.

8. Ursachen angehen: Warum fehlt Personal?

Kurzfristige Lösungen ersetzen keine langfristige Personalplanung. Schauen Sie nach dem Engpass genauer hin: Häufen sich Krankmeldungen in bestimmten Bereichen? Gibt es Stellen, die seit Monaten unbesetzt sind? Wie hoch ist die Fluktuation?

Für dauerhaft offene Stellen ist Zeitarbeit nicht die beste Lösung. Hier kann eine Direktvermittlung helfen – also die Suche nach einer Pflegekraft, die direkt bei Ihnen angestellt wird. Mehr dazu im Artikel Zeitarbeit oder Direktvermittlung?

Checkliste: Wenn heute ein Dienst offen ist

  • Offene Dienste mit Datum, Schicht, Qualifikation und Dauer notiert
  • Mindestbesetzung und Fachkraftquote geprüft
  • Tausch und Aufstockung im Team angefragt – persönlich
  • Aufgaben priorisiert, Nebentätigkeiten umverteilt
  • Bei längerer Lücke: Personaldienstleister parallel angefragt
  • Einspringer und Ausgleich dokumentiert

Häufige Fragen

Wie schnell kann ein Personaldienstleister Pflegekräfte stellen?

Das hängt von Qualifikation, Region und Zeitraum ab. Bei Kemmler Personalprojekte erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden eine persönliche Rückmeldung mit ersten Kandidatenvorschlägen.

Lohnt sich Zeitarbeit nur bei langen Ausfällen?

Nein. Gerade für planbare Spitzen wie Urlaubszeiten oder für Ausfälle über mehrere Wochen ist Zeitarbeit sinnvoll. Für einzelne Schichten ist ein Tausch im Team oft schneller.

Was ist, wenn die Zeitarbeitskraft nicht ins Team passt?

Sprechen Sie das früh an. Ein guter Personaldienstleister sucht dann eine Lösung. Bei Kemmler Personalprojekte finden wir in diesem Fall gemeinsam mit Ihnen einen Ersatz – ohne zusätzliche Kosten.

Fazit

Ein Personalengpass lässt sich nicht immer verhindern – aber gut managen. Wer schnell den Überblick hat, im Team geschickt umplant und früh externe Unterstützung anfragt, schützt Versorgung und Stammpersonal gleichermaßen. Und wer nach dem Engpass die Ursachen angeht, ist beim nächsten Mal besser vorbereitet.

Semsettin Kaval
Über den Autor
Semsettin Kaval
Gründer & Inhaber, Kemmler Personalprojekte

Kemmler Personalprojekte vermittelt seit 2012 Pflegefachkräfte und Pflegehelfer an Pflegeheime, Kliniken und ambulante Dienste – persönlich betreut von den Standorten Alfter (Bonn) und Paderborn aus. Mitglied im GVP, §AÜG-konform.

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