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Für Einrichtungen

Kosten der Zeitarbeit in der Pflege: Wovon der Stundensatz abhängt

Warum kostet eine Pflegefachkraft aus der Zeitarbeit mehr als eine eigene Kraft – und welche Faktoren bestimmen den Preis? Ein ehrlicher Überblick, damit Sie Angebote richtig vergleichen.

Semsettin KavalGründer & Inhaber, Kemmler Personalprojekte

3 Min. Lesezeit
Inhalt dieses Artikels
  1. Wie wird Zeitarbeit abgerechnet?
  2. Was steckt im Stundensatz?
  3. Die wichtigsten Preisfaktoren
  4. So vergleichen Sie Angebote richtig
  5. Die versteckten Kosten eines Engpasses
  6. Häufige Fragen
  7. Fazit

„Was kostet eine Pflegefachkraft aus der Zeitarbeit?“ ist eine der ersten Fragen, die Einrichtungen stellen. Eine seriöse Pauschalantwort gibt es nicht – der Preis hängt von mehreren Faktoren ab. Dieser Artikel zeigt, woraus sich der Stundensatz zusammensetzt und worauf Sie beim Vergleich von Angeboten achten sollten.

Wie wird Zeitarbeit abgerechnet?

In der Arbeitnehmerüberlassung zahlen Sie dem Personaldienstleister in der Regel einen Stundenverrechnungssatz für jede tatsächlich geleistete Stunde. Dazu können Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste kommen sowie – je nach Vereinbarung – Fahrt- oder Unterkunftskosten.

Im Gegenzug trägt der Personaldienstleister das Gehalt der Pflegekraft, die Sozialabgaben, die Lohnfortzahlung bei Krankheit und Urlaub, die Rekrutierung und die Verwaltung.

Was steckt im Stundensatz?

Der Stundensatz liegt höher als der Bruttostundenlohn der Pflegekraft. Das ist kein Aufschlag „für nichts“, sondern deckt Kosten, die Ihre Einrichtung bei einer eigenen Kraft ebenfalls hätte – nur eben verteilt auf weniger, flexible Stunden:

  • Gehalt der Pflegekraft, inklusive gesetzlicher und tariflicher Vorgaben (z. B. Pflegemindestlohn, Equal Pay nach spätestens neun Monaten)
  • Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung
  • Urlaub, Feiertage und Krankheit – auch Zeiten, in denen die Pflegekraft nicht im Einsatz ist
  • Rekrutierung und Auswahl geeigneter Pflegekräfte
  • Verwaltung, Abrechnung und Betreuung durch einen festen Ansprechpartner
  • Betriebliche Kosten des Personaldienstleisters, z. B. Versicherungen und Erlaubnis nach dem AÜG

Die wichtigsten Preisfaktoren

Qualifikation

Eine Pflegefachkraft kostet mehr als eine Pflegehilfskraft, Fachweiterbildungen (z. B. Intensivpflege, Anästhesie, Psychiatrie) mehr als eine allgemeine Qualifikation.

Schichten und Einsatzzeiten

Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sind mit Zuschlägen verbunden. Einsätze ausschließlich in Randzeiten oder mit sehr kurzer Vorlaufzeit können ebenfalls teurer sein.

Einsatzdauer

Längere, gut planbare Einsätze lassen sich meist günstiger kalkulieren als einzelne Schichten. Wer Urlaubszeiten früh anfragt, hat oft bessere Konditionen und mehr Auswahl.

Region und Anfahrt

Muss eine Pflegekraft weit anreisen oder untergebracht werden, kommen Fahrt- und Unterkunftskosten hinzu. Ein Personaldienstleister mit Pflegekräften in Ihrer Region spart hier Kosten.

Einsatzdauer beim selben Entleiher (Equal Pay)

Nach spätestens neun Monaten (in Ausnahmen 15 Monaten) muss die Pflegekraft so bezahlt werden wie vergleichbare Beschäftigte Ihrer Einrichtung. Liegt Ihr Haustarif über dem Zeitarbeitstarif, steigt der Stundensatz dann entsprechend. Mehr dazu im Artikel Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege: Die wichtigsten Regeln.

So vergleichen Sie Angebote richtig

Ein niedriger Stundensatz allein sagt wenig. Vergleichen Sie Angebote immer vollständig:

  • Welche Zuschläge gelten für Nacht, Wochenende und Feiertage?
  • Sind Fahrt- und Unterkunftskosten enthalten oder kommen sie hinzu?
  • Gibt es Mindesteinsatzzeiten oder Stornogebühren?
  • Was passiert, wenn die Pflegekraft nicht passt – wird kostenfrei Ersatz gestellt?
  • Wie hoch ist eine mögliche Vermittlungsvergütung bei Übernahme?
  • Gibt es einen festen Ansprechpartner, der auch kurzfristig erreichbar ist?

Die versteckten Kosten eines Engpasses

Bei der Frage nach den Kosten der Zeitarbeit lohnt sich auch der Blick auf die Alternative. Bleiben Dienste offen, entstehen ebenfalls Kosten – nur weniger sichtbar: Überstunden und Zuschläge im Stammteam, höhere Krankheitsquoten durch Überlastung, Kündigungen erschöpfter Mitarbeitender und im schlimmsten Fall Einschränkungen bei der Belegung.

Zeitarbeit ist deshalb oft keine Frage von „teuer oder günstig“, sondern von „kontrolliert oder unkontrolliert“.

Häufige Fragen

Warum nennen Sie keine konkreten Preise?

Weil seriöse Preise von Qualifikation, Schichten, Dauer und Region abhängen. Pauschale Zahlen aus dem Internet führen eher zu falschen Erwartungen. Wir erstellen Ihnen gern ein transparentes Angebot für Ihren konkreten Bedarf.

Zahlen wir für Krankheitstage der Zeitarbeitskraft?

In der Regel nicht. Sie bezahlen die tatsächlich geleisteten Stunden. Die Lohnfortzahlung trägt der Personaldienstleister. Details regelt der Vertrag.

Wie bekomme ich ein Angebot von Kemmler Personalprojekte?

Beschreiben Sie uns Ihren Bedarf über das Anfrageformular oder telefonisch. Ihr fester Ansprechpartner meldet sich innerhalb von 24 Stunden – mit transparenten Konditionen und ohne versteckte Kosten.

Fazit

Der Stundensatz in der Zeitarbeit enthält deutlich mehr als das Gehalt der Pflegekraft: Sozialabgaben, Ausfallzeiten, Rekrutierung und Betreuung. Vergleichen Sie Angebote deshalb vollständig – inklusive Zuschlägen, Nebenkosten und Ersatzregelung – und stellen Sie sie den Kosten offener Dienste gegenüber.

Semsettin Kaval
Über den Autor
Semsettin Kaval
Gründer & Inhaber, Kemmler Personalprojekte

Kemmler Personalprojekte vermittelt seit 2012 Pflegefachkräfte und Pflegehelfer an Pflegeheime, Kliniken und ambulante Dienste – persönlich betreut von den Standorten Alfter (Bonn) und Paderborn aus. Mitglied im GVP, §AÜG-konform.

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